Hanns A. Brütsch, Architekt BSA/SIA
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Bruder Klaus
Oberwil ZG


Kirche Bruder Klaus, Oberwil ZG

Wettbewerb: 1. Preis (27.10.1953)

Fertigstellung 1956

Kirchliche Ausstattung:
Josef Richenbacher, Bildhauer, Steinen SZ
Paul Stillhart, Silberschmied, Zug ZG

Fresken:
Ferdinand Gehr, Kunstmaler, Altstätten SG

Thomas Hürlimann, in "Mein Zug":

Hanns A. Brütsch, einer der begabtesten Architekten des Landes, hatte in Oberwil, einem verschlafenen
Weiler vor den Toren der Stadt, ein luftiges Betonzelt aufgeschlagen, und ein winziges Männchen,
Ferdinand Gehr, hatte an die Innenwände eine Schar von Engeln gemalt. Engel? Das sollten Engel sein? O
nein, entschied das gesunde Volksempfinden krankhaft schäumend, das war ein Geschwader von
Spiegeleiern, eine schamlose Verletzung von Sitte, Geschmack und Anstand. Da wickelten, vermutlich zum
letzten Mal, ganze Müttervereine, Blaskapellen und Männerturnvereine ihre Rosenkränze um die
faustgeballten Hände, sie stellten sich eifrig-geifrig unter Gehrs Bilder und hofften inständig, das
kollektive "Beten" möge die "Schweinerei" zum Verschwinden bringen. Ja, damals hat das Wünschen noch
geholfen. Man verbannte die Kunst, jedenfalls für ein paar Jahre, hinter schwere Vorhänge – aber übermalt
wurde sie nicht, und das hatte tatsächlich zur Folge, dass ein paar der aufrechtesten Brütsch- und Gehr-
Feinde, gestandene Juristen aus dem Establishment der Stadt, einem furiosen Wahnsinn verfielen.
Wehklagend lieferten sie sich in der Anstalt ein, im Franziskusheim, wo sie von einem glücklich
grinsenden Pfarrhelfer empfangen wurden.

© der Bilder zum Teil bei Comet, Zürich und bei Peter Ammon, Luzern
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